Möltenorter Mittwochswettfahrten 2014 (HYC'86 & MSK)

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Möltenorter Zeitfenster-Start mit Zeitscheiben
Es wird hier ein neuartiges Startverfahren beschreiben, das seit einigen Jahren mit Erfolg bei den Möltenorter Mittwochswettfahrten angewendet wird. An vielen Orten werden ja am Mittwochabend Wettfahrten angeboten, die sich sowohl an Freizeitskipper richten − die am Wochenende mit der Familie lossegeln − als auch an Regattasegler − die am Mittwoch „frei“ haben.

In Möltenort an der Kieler Förde werden seit über 20 Jahren Mittwochswettfahrten angeboten. Sie werden gemeinsam von der Möltenorter Seglerkameradschaft (MSK) und dem Heikendorfer Yachtclub (HYC) durchgeführt. An zehn Terminen (wobei Schulferien, Kieler Woche und die Himmelfahrtswoche ausgenommen sind) finden sich um 18 Uhr etwa 20 bis 30 Jachten aus verschiedenen Vereinen vor dem Möltenorter Hafen zur Wettfahrt ein. Die Teilnahme ist unkompliziert möglich. Neben den „regulären Teilnehmern“ (die Meldegeld bezahlt haben und sich um Preise bewerben), sind „Tagesgäste“ (kostenfrei) willkommen. Start und Zieleinlauf erfolgen immer nach demselben Muster. Es gibt sechs mögliche Bahnen, die jeweilige Bahn wird dem Wetter entsprechend kurz vor der Wettfahrt ausgewählt und am Startmast angezeigt. Es gibt zwei Starts, um 18:00 Uhr und um 18:10 Uhr.

Ein stetes Problem war früher die Whooling vor dem Start, wenn Regattafüchse und Freizeitskipper möglichst pünktlich − aber nicht vorzeitig − über die Linie gehen wollen. Neben dem Gebrüll nach „Raum“ gab es durchaus auch Kollisionen und Proteste. Einige Skipper blieben deshalb fern.

Wir diskutierten andere Startverfahren. Der „Känguru-Start“ wurde verworfen, da seine korrekte Durchführung (mit variabler und wetterabhängiger Ziellinie) schwierig und aufwendig ist. Ein „normaler Zeitfenster-Start“ wurde auch verworfen, da bei so vielen Booten die Ermittlung der individuellen Startzeit nicht durchführbar ist − und überdies in unrealistischer Weise jedem Boot einen Nullstart bescheren würde. Die Lösung war, das Zeitfenster in Zeitscheiben von einer Minute Dauer zu unterteilen. Es soll nun das Startverfahren genauer beschrieben werden.

Jedem Start wird ein Zeitfenster von fünf Minuten Dauer zugeteilt. Frühstart und Rückruf gibt es nur, wenn ein Boot vor dem Startschuss und damit vor dem Beginn des Zeitfensters über die Linie geht - es muss dann „round the ends“ zurück.
Ansonsten kann ein Boot nach dem Startschuss nach Belieben starten.

Während des Zeitfensters darf ein Boot, das noch nicht gestartet ist und sich auf der Bahnseite der Startlinie aufhält, nicht von der Bahnseite aus über die Startlinie segeln, und es hat sich von allen gestarteten Booten freizuhalten.

Zur Ermittlung der individuellen Startzeit wird das Zeitfenster in fünf Zeitscheiben von einer Minute Dauer unterteilt. Zeitscheibe 0 beginnt nach dem Startschuss, die Zeitscheiben 1,2,3,4 schließen sich an.

Alle Boote, die innerhalb einer Zeitscheibe starten (d.h. mit einem Teil ihres Bootes die Startlinie überschreiten), erhalten als Startzeit den Anfang dieser Zeitscheibe. Frühstarter werden, wenn sie später richtig starten, der Zeitscheibe 0 zugeordnet (damit sich Frühstart nicht lohnt).

Bei der Ermittlung der gesegelten Zeit werden von der Zieldurchgangszeit die den Zeitscheiben entsprechende Minuten abgezogen. Die Sekunden werden nicht verändert, was auch Fehlern vorbeugt.

Das Verfahren ist praktikabel, denn man braucht am Startmast nur festzuhalten, welche Boote innerhalb einer Zeitscheibe starten, aber man braucht die tatsächlichen Zeiten des Querens der Startlinie nicht zu notieren. Die individuelle Startzeit wird dabei nur bis auf eine Minute genau bestimmt. Aber das erwies sich als praktikabel und genau genug.

Es soll nun über die Erfahrungen mit dem Startverfahren

Möltenorter Zeitfensterstart mit Zeitscheiben

berichtet werden.

Das Gedränge vor der Linie beim Startschuss hat sich verringert, und es hat keine diesbezüglichen Proteste mehr gegeben. Doch starten nach wie vor viele Boote in der Zeitscheibe 0, und es gibt auch Frühstarts. Das besondere Starterlebnis in der Gruppe hat seinen Reiz behalten.

Andererseits gibt es auch Skipper, die das Gedränge vor dem Startschuss und an der ersten Tonne meiden oder in einer späteren Zeitscheibe einen „Nullstart“ hinlegen wollen. Dabei zeigt sich, dass es − auch wenn man ungestört ist − gar nicht so einfach ist, wirklich in den ersten Sekunden einer Zeitscheibe zu starten. Die Zeitscheiben werden nicht am Startmast angezeigt, der Skipper ist auf seine eigene Uhr angewiesen. Es kommt durchaus vor, dass man in das Ende der vorigen Zeitscheibe segelt oder − um das zu vermeiden − viel Zeit „verschenkt“. Insgesamt hat sich der Möltenorter Zeitfensterstart mit Zeitscheiben bewährt und soll beibehalten werden.

Für das MIWO-Komitee:

Arnold Oberschelp (MSK)

Am Reff 4, 24226 Heikendorf

aoberschelp@t-online.de